Wie sehr kann ich meinen eigenen Gedanken vertrauen?

Warum Sie nicht jedem Ihrer Gedanken vertrauen sollten!

Weil negative Gedanken oftmals realitätsfremd sind!

Gedanken sind nur in unserem Kopf und keiner kann sie anfassen, riechen, schmecken oder hören. Somit sind die Gedanken mit das Intimste, was wir haben!  

Sie bestimmen unsere Gefühle und unser Handeln. Doch sind diese Gedanken immer richtig? Wie groß ist ihr Wahrheitsgehalt (z.B. Ich bin nichts wert.)? Die Wahrnehmung bestimmter Ereignisse beeinflusst die Gefühle und das Verhalten eines Menschen - nicht das Ereignis an sich.  

 

Denkmuster, Glaubenssätze oder starre Überzeugungen führen deshalb nicht selten zu seelischen Leiden.

Wie sehr können wir unseren Gedanken trauen?

Anhand des Beispiels einer Zitrone versuche ich zu erläutern, warum es absolut ratsam ist, seine Gedanken stetig zu überprüfen. 

 

Stellen Sie sich vor, vor Ihnen liegt eine Zitrone. Gelb, saftig und bereit zum Reinbeißen. Nehmen Sie sich 1…2…3 Sekunden dafür Zeit.

Spüren Sie wie, Ihnen der Saft im Munde zusammen läuft?  

Ist die Zitrone wirklich Realität? Nein, es sind nur Ihre Gedanken. 

 

 

 

Können Sie nun also Ihren Gedanken vertrauen? Ihnen läuft das Wasser im Mund zusammen, ohne dass auch nur annähernd eine Zitrone zum Reinbeißen in Reichweite ist!

 

 

Genau dasselbe geschieht tagtäglich in unserem Alltag.

 

Wir denken…

  • Der Kollege/die Kollegin mag mich nicht.
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Jetzt muss der/die mit seinem/ihrem BMW so knapp vor mir rausfahren.
  • Mein Chef/Meine Chefin ist mit meiner Arbeit nicht zufrieden.
  • Mein/e Ehefrau/Ehemann meint ich muss abnehmen.

All das sind Gedanken, welche zu verschiedenen Gefühlen führen. Wenn ein Mensch täglich denkt, er sei nicht gut genug, wie wird er sich fühlen? Er wird sich sicher nicht groß, selbstbewusst, stark oder geliebt fühlen. 

Die Macht der Gedanken auf unsere Gefühle ist nur den Wenigstens bewusst!

Sie glauben auch, dass Sie nichts für Ihre Gefühle können?

Ich kann doch nichts dafür, wenn ich traurig, wütend oder enttäuscht bin. Da muss ich Ihnen leider widersprechen. 

 

Ich möchte auch das an einem Beispiel demonstrieren.

 

Folgende Situation/Auslöser: 

Der/Die beste Freund/in teilt uns mit, dass er/sie wieder zu seiner/ihrem Ex zurückkehrt und dafür 400 Kilometer weit weg zieht.

 

1. Bewertung

Na toll, jetzt hab ich mir wochenlang das Gejammer angehört und mich aufgeopfert und nun geht sie/er wieder zurück. Reine Zeitverschwendung war das. 

1. Gefühl

Wut und Ärger. 

1. Verhalten

Sie werden dem Freund/der Freundin frustriert und nicht bejahend entgegentreten. 

 

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2. Bewertung

Das ist so toll. Ich wünsche den beiden alles Gute und hoffentlich klappt es dieses mal. Endlich kann ich mal nach Hamburg fahren, um ihn/sie dort zu besuchen. 

2. Gefühl 

Freude. 

2. Verhalten

Freundliches und bejahendes Auftreten.

 

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3. Bewertung

Er/Sie lernt einfach nicht aus seinen/ihren Fehlern. Die Frau/Der Mann ist nichts für ihn/sie.   

3. Gefühl 

Mitleid und Frustration.  

3. Verhalten 

Eher konfrontativ und zurechtweisend.

 

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Können Sie hier erkennen, wie sehr der eigene Gedanke mit dem aufkommenden Gefühl zusammenhängt?

 

Und es kommt noch dicker: nicht nur unser Gefühl kommt aus unseren eigenen Gedanken sondern auch unsere eigene Reaktion.

 

Wo liegt nun also das Problem, einfach das „Richtige“ zu denken, uns damit den ganzen Tag gut zu fühlen und uns immer „richtig“ zu verhalten? 

 

Wir haben über Jahre hinweg unser Gehirn in diese eine Richtung des Denkens trainiert, sodass wir mittlerweile bei einem Auslöser aus Reflex immer Ähnliches denken, uns entsprechend Verhalten und den Gedanken dann auch noch glauben.

Leider haben wir nicht gelernt, eine vergangene Situation, die eventuell mit schlechten Erfahrungen behaftet ist (z.B. eine Präsentation halten, nachdem dies in der Schulzeit einmal schief gelaufen war), nochmals neu und realitätsnah zu bewerten. Durch diese vergebene Chance der Neubewertung einer Situation, fühlen wir uns immer und immer wieder schlecht. Wenn wir also in unserem Job öfters eine Präsentation halten müssen, glauben wir den falschen Job zu haben, anstatt die Situation neu zu bewerten und etwas zu denken, was viel mehr der Realität entspricht als das, was wir schon seit Jahren aus einer einzigen Erfahrung heraus mit uns herumschleppen. 

 

Diese beispielhafte Situation kostet jede Menge Energie und führt nicht dazu eine Leichtigkeit im Leben zu verspüren.

 

Die gute Nachricht ist, dass es wissenschaftlich bewiesen ist, dass wir unser Gehirn in jedem Alter neu trainieren können (Neuroplastizität). Das heißt im Umkehrschluss: wenn wir es schaffen, unserem Gehirn beizubringen nicht jeden Gedanken sofort zu glauben und die Situation zuerst einmal realitätsnah zu bewerten, werden wir uns auch besser, selbstbewusster oder leichter fühlen. 

 

Das wird nicht von heute auf morgen funktionieren. Durch stetiges Wiederholen verschiedener Übungen ist dies aber erlernbar und führt dazu, sich seinen Gedanken bewusst zu werden, diese zu überprüfen, neu zu bewerten und sich damit von Ängsten, Belastungen und Minderwertigkeit zu befreien.

 

Daher glauben Sie nicht Ihrem ersten Gedanken sondern überprüfen Sie ihn, bevor Sie ihm Glauben schenken.  

 

Sollten Sie Interesse daran haben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, kontaktieren Sie mich gerne. 

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