Was ist Burnout und welche Burnout Prävention gibt es, um sich zu schützen?

Was ist Burnout und welche Burnout Prävention gibt es, um sich zu schützen?

Schon sehr lange benutzt man den Begriff „Burnout“, doch was steckt wirklich dahinter? Burnout steht für “ausgebrannt” und ist doch eher subjektiv anzusehen. Hier ist schon zu erkennen, wie vielfältig ein Burnout sein kann.

Bist du überdurchschnittlich engagiert, übernimmst Zusatzaufgaben bei der Arbeit, machst jede Menge Überstunden und hast nur noch wenig Zeit für Freunde und Familie? Dir fällt es auch zunehmender schwerer, die alltäglichen Dinge zu meistern und du hast das Gefühl, alles ist zu viel?

 

Dann bist du in diesem Blog genau richtig. Wir schauen uns gemeinsam an, was Burnout ist und was du dagegen tun kannst (Burnout Prävention).

Was ist Burnout?

Burnout beschreibt den Zustand emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung. Die Betroffenen können sich, je nach fortgeschrittenem Stadium, nur schlecht konzentrieren und fühlen eine Leere im Kopf. Viele haben die Energie für das Alltägliche verloren und es fällt Ihnen zunehmend schwerer, den Alltag zu bewerkstelligen.

 

Der Grund für einen Burnout wird meist mit einer Überforderung im Beruf oder Privatleben begründet. Die Überforderung ist auch nicht von der Hand zu weisen. Doch woher kommt die Überforderung, wenn zuvor noch hohes Engagement und anscheinend Freude vorherrschten?

Wer ist Burnout-gefährdet?

Menschen, die…

  • ehrgeizige Ziele haben
  • nach Perfektionismus streben
  • den eigenen negativen Glaubenssätzen folgen
  • nicht selbstbestimmt sind
  • eine Tätigkeit ausführen, welche nicht ihren eigenen Werten entspricht
  • unverschuldet in eine Situation der Überforderung geraten sind (z.b. zu pflegende Angehörige) 
  • Keine klaren Ziele definiert haben

 

Folgende Faktoren können zu einem Burnout führen. 

 

  • Dauerhafte Suche nach Anerkennung
  • Die eigenen Bedürfnisse werden nicht mehr wahrgenommen und gestillt
  • Es fällt einem sehr schwer oder fast unmöglich “Nein” zu sagen
  • Der Arbeitgeber und das Umfeld passen nicht zu den eigenen Werten
  • Inhaltlich macht der Beruf keinen Spaß, man hält aber dennoch aus Sicherheitsgründen daran fest
  • Soziale Kontakte mit Freunden und Familie werden nicht mehr gepflegt
  • Spaß am Leben findet kaum mehr statt
  • Man funktioniert nur noch

Burnout kann über bis zu 7 verschiedenen Phasen verlaufen

1. Phase: Der Anfang

In der der ersten Phase eines Burnouts bemühen sich die Betroffenen, viel Energie und Aufwand in die zu erledigenden Aufgaben zu investieren.

Das kann verschiedene Gründe haben. Oftmals steckt Ehrgeiz oder Perfektionismus dahinter. Es kann allerdings auch aus den “Umständen des Lebens” befeuert werden, z.B. zu pflegende Angehörige oder Angst den Job zu verlieren. 

Ein frühes Anzeichen von Burnout ist, wenn man nicht mehr aus dem Grübeln herauskommt. In die benötigte Erholungsphase zu kommen wird dadurch zunehmend schwerer und ein Leistungsabfall ist zu erkennen. Nun muss der Betroffene noch mehr Energie in die Aufgaben einbringen und das Hamsterrad hat begonnen sich zu drehen. 

 

Folgende Symptome können in der ersten Phase eines Burnout auftreten:

  • das Gefühl, ich bin nicht zu ersetzen und muss immer da sein
  • das Gefühl, der Tag hat zu wenig Zeit
  • die eigenen Bedürfnisse werden nicht anerkannt
  • negative Ereignisse werden verdrängt
  • die eigenen sozialen Kontakte (Familie und Freunde) kommen zu kurz oder werden gar ganz vermeiden

Die ersten Burnout-Anzeichen sind zu erkennen: 

  • dauerhaftes Grübeln
  • Antriebslosigkeit
  • erholsamer Schlaf gelingt nicht mehr
  • die eigene Achtsamkeit geht zurück
  • das Immunsystem lässt nach und die Anfälligkeit für Krankheiten steigt

2. Phase: Das Engagement fängt langsam an nachzulassen

Das in Phase eins beschriebene sehr hohe Engagement, beginnt nun sich ins Gegenteil zu kehren. Der Betroffene erwartet nun, dass die Kollegen, die Chefs oder das Umfeld das hohe Engagement würdigen (Anerkennung). Wird dies nicht so gewürdigt, wie der Betroffene dies erwartet, beginnt die zweite Phase.

 

Zu erkennen ist diese 2. Phase eines Burnouts an folgenden Punkten:

 

DIE BETROFFENEN KÜNDIGEN INNERLICH.

Es bedarf mehr Pausen, ob man zu spät kommt oder nicht, erscheint nun nicht mehr als wichtig. Auch die Arbeit an sich wird nur noch abgearbeitet und fühlt sich schwer an. Es wird nur noch das Nötigste getan.

 

EMOTIONALE DISTANZ

Vor Allem auf der Arbeit beginnen die von Burnout betroffenen sich emotional von Kollegen, Vorgesetzten und dem Arbeitsinhalt zu distanzieren und werten diese ab. Sie werden zynisch und können keinerlei positive Gedanken mehr zulassen.

 

DAS SOZIALE UMFELD BEKOMMT ES LANGSAM ZU SPÜREN

Bei einem beginnenden Burnout fangen die Betroffenen an, das soziale Umfeld außerhalb der Arbeit (Freunde und Familie) fast schon zu diskriminieren. Es wird immer mehr erwartet, nichts ist gut genug und es besteht keine Geduld mehr mit dem Gegenüber. Vor allem die Kinder leiden unter der fehlenden Geduld eines Elternteils mit Burnoutsymptomen.

 

Typische Verhaltensmuster in der zweiten Phase eines Burnouts sind: 

  • das eigene Engagement schwindet
  • erhöhtes Verlangen nach Anerkennung
  • alles außerhalb der Arbeit ist wichtiger
  • emotionale Distanz gegenüber Kollegen, Vorgesetzten und dem Arbeitsinhalt
  • die Empathiefähigkeit sinkt massiv

3. Phase: Die ersten Reaktionen auf die nicht zufriedenstellende Situation beginnen

Jeder kennt es, diese Reaktionen, wenn man getriggert wird. Im Nachgang stellt man oftmals fest, dass man nicht klar sondern emotional reagiert hat. 

Betroffene eines Burnouts reagieren sehr häufig nur noch emotional. Sie stellen fest, dass ihre Vorstellung, wie etwas sein sollte, nicht mit der Realität übereinstimmt. Die Schuld dafür geben sie allerdings den anderen und sind nicht in der Lage, die eigenen Gedanken, das eigene Verhalten oder die Vorstellungen, wie etwas sein sollte, zu überprüfen oder gar  zu ändern.

Diese Situation der Betroffenen eines Burnout kann zu folgenden Gefühlen und Verhalten führen:

  • Ohnmacht und Hilflosigkeit macht sich breit
  • eine innere Leere ist stark zu spüren
  • Selbstwertgefühl sinkt
  • Pessimismus macht sich breit
  • Angstzustände und sogar Panik sind auf dem Vormarsch
  • Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit ist zu erkennen
  • Zorn baut sich auf
  • Wut und Schuldzuweisungen gegenüber Kollegen aber auch der Familie beginnen

4.Phase: Nur noch wenig Leistungsfähigkeit vorhanden

Durch die oben genannten Punkte sind die Betroffenen unter so starkem emotionalen Stress, dass es nicht möglich ist, kognitiv in einen klaren Zustand zu gelangen. Es frisst die vorhandene Energie und mindert die Leistungsfähigkeit Schritt für Schritt.

 

Unterstützt wird dies alles noch mit “Denkfehlern” wie 

 

  • Schwarz-Weiß-Denken
  • Generalisierung von einem Erlebnis
  • Positives abwerten
  • zu wissen, dass andere über einen selbst nur negativ denken
  • Konzentration richtet sich nur auf das Negative

 

Die Kraft für die Veränderung, welche Burnout-Betroffene benötigen, ist in dieser Phase nicht mehr vorhanden.

5. Phase: Rückzug

Die fehlende Energie führt zum Rückzug. Auch die eigenen Hobbys und vormals wichtige seelische Ausgleichstätigkeiten werden nicht mehr verfolgt. 

Es beginnen die psychosomatischen Beschwerden, welche sich in der 6. Phase in den Vordergrund schieben.

6. Phase Körperliche Beschwerden beginnen

Diese psychische Gesamtbelastung führt nun zu den ersten körperlichen Leiden. Diese Leiden können auch schon in der 1. Phase zum Vorschein kommen. 

 

  • Ein erholsamer Schlaf ist nahezu nicht mehr möglich
  • Der Körper verspannt sich und meldet Kopf- und Rückenschmerzen
  • Blutdruck und Herzklopfen steigen und eine Enge in der Brust ist zu spüren
  • Magen und Darm melden sich
  • Durch veränderte Essgewohnheiten kommt es zu Gewichtszu- oder abnahme
  • Rauschmittel wie Alkohol und Nikotin werden vermehrt konsumiert

7. Phase: Aufgabe der eigenen Person

 In dieser 7. und letzten Phase geben sich die Betroffenen selbst auf. Sie sehen keine Hoffnung mehr und sind hilflos. Selbst Suizidgedanken sind nicht selten und sollten ernst genommen werden. Es muss nicht unbedingt gegeben sein, dass jeder Betroffene eines Burnouts jede einzelne Phase durchläuft.

Mit verschiedenen Burnout Präventionsmaßnahmen lässt sich rechtzeitig gegensteuern.

An erster Stelle steht die Krankheitseinsicht

 

Wie eingangs beschrieben redet man bei einem Burnout von einer Überlastung. Doch woher kommt diese?

 

Bei einem Burnout sind immer die eigenen Vorstellungen (innere Faktoren) und die äußeren Gegebenheiten (äußere Faktoren) in Wechselwirkung.

 

Ich möchte dies an einem Beispiel verständlich machen. 

Wenn ein Mensch mit negativen Glaubenssätzen durchs Leben zieht und überdurchschnittlich nach Anerkennung im Außen sucht, kann dies dazu führen, enttäuscht zu werden. Die Betroffenen investieren sehr viel Energie und Zeit in die eigene Arbeit, um diese Anerkennung zu bekommen. Wird dieser Wunsch nicht erfüllt (vom Außen) führt es zu einer Diskrepanz und damit zu einer Unzufriedenheit. 

 

WAS PASSIERT NUN?

Die meisten werden noch mehr Energie und Zeit investieren, um die Anerkennung zu finden, welche sie glauben zu benötigen. Der Teufelskreislauf beginnt und wird am Ende zu einem Gefühl des ausgebrannt seins führen, sollte die Anerkennung nicht gewährt werden.

 

WAS KÖNNTE MAN FRÜHZEITIG TUN?

Es ist nicht oder nur sehr begrenzt möglich, das Außen zu verändern. Somit bleibt meist nur die Möglichkeit die Lösung bei sich (im Inneren) zu suchen. Möglich wäre es mit Hilfe eines Therapeuten oder speziellen Coachs die innere Haltung zu verändern (z.B. negative Glaubenssätze auflösen), sodass die Suche nach Anerkennung im Außen nicht mehr die oberste Priorität hat. Alleine der Gedanke, keine Anerkennung von anderen zu benötigen, wirkt schon sehr erleichternd. Wenngleich der Weg zu dieser Einsicht seine Zeit benötigt. 

Die Hoffnungsbotschaft ist aber in diesem Fall, es ist wissenschaftlich bewiesen ist, dass diese Veränderung möglich ist. 

 

Sollten Sie das Gefühl haben ausgebrannt zu sein, holen Sie sich Hilfe !

Lesen Sie hilfreiche Tipps zur Burnout Prävention

  • Nehmen Sie sich genügend Auszeiten für sich selbst.
  • Achten Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse
  • Lernen Sie NEIN zu sagen
  • Bringen Sie Ihre sogenannte Work-Life Balance ins Gleichgewicht.               
  • Überprüfen Sie Ihren Hang zum Perfektionismus und suchen Sie Hilfe, sollte Ihnen bewusst werden, das Sie fast immer 100% oder sogar mehr geben 
  • Überprüfen Sie Ihr Stressmanagement
  • Steigern Sie Ihr Selbstwertgefühl
  • Stresstagebuch führen
  • Lernen Sie Entspannungstechniken
  • Sport
  • Gesunde Ernährungsweise

 

Wenn es Ihnen alleine nicht gelingt die Burnout Prävention zu starten, um aus dem Teufelskreislauf auszusteigen, holen Sie sich professionelle Hilfe, denn niemand ist allein und das Ziel erreicht man gemeinschaftlich meist leichter.

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